Island / Rundreise

Nordlichter per Mietwagen: Island-Rundreise

Wer die Nordlichter in Island als Selbstfahrer jagt, gewinnt die größte Freiheit: Mit dem Mietwagen folgst du der Wolkenlücke, statt an einen Standort gebunden zu sein. So planst du deine Rundreise auf der Ringstraße.

Nordlichter per Mietwagen zu erleben ist die flexibelste Art, die Aurora in Island zu sehen. Statt auf einen einzigen Beobachtungsplatz festgelegt zu sein, kannst du dich dorthin bewegen, wo der Himmel gerade klar ist. In einem Land, in dem die Wolkenlage fast immer über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, ist das der entscheidende Vorteil.

Die Ringstraße, isländisch Hringvegur, umrundet die Insel auf rund 1.330 Kilometern und verbindet die meisten Höhepunkte des Landes. Für eine Nordlichter-Rundreise musst du nicht die komplette Strecke fahren, doch schon der Süden zwischen Reykjavík und der Gletscherlagune Jökulsárlón bietet zahllose dunkle Standorte mit spektakulären Vordergründen. Warum Island geografisch so ideal liegt, erklärt unser Beitrag Was sind Nordlichter?.

Dem klaren Himmel folgen: die Kernstrategie

Die wichtigste Regel für Selbstfahrer lautet: Jage nicht die Aurora, sondern die Wolkenlücke. Die geomagnetische Aktivität lässt sich Stunden im Voraus recht gut vorhersagen, doch nützt selbst ein hoher Kp-Wert nichts, wenn dichte Wolken den Himmel verdecken. Isländische Wetterdienste bieten spezielle Wolkenkarten, die anzeigen, wo in den kommenden Stunden klare Abschnitte zu erwarten sind.

Dein Vorteil mit dem Mietwagen: Zieht es über deinem aktuellen Standort zu, fährst du einfach in Richtung der prognostizierten Wolkenlücke, oft genügen 50 bis 100 Kilometer, um in eine klarere Region zu gelangen. Plane deine Übernachtungen deshalb nicht zu weit auseinander und halte abends genug Zeitpuffer, um bei Bedarf noch ein Stück weiterzufahren. Welche Monate und Mondphasen die besten Chancen bieten, liest du auf unserer Seite zur besten Reisezeit.

Praxis-Tipp: Prüfe jeden Nachmittag die Wolkenkarte für die Nacht und lege deinen Übernachtungsort danach fest. Flexibilität bei der Unterkunftsbuchung zahlt sich auf einer Aurora-Rundreise mehr aus als ein starrer Plan.

Winterliche Fahrsicherheit in Island

Die Aurora-Saison fällt mit dem isländischen Winter zusammen, und die Straßenverhältnisse verlangen Respekt. Schnee, Eis, Seitenwind und plötzlich wechselnde Sicht gehören dazu. Wer selbst fahren will, sollte einige Grundregeln beachten:

  • Passendes Fahrzeug: Für Winterreisen empfiehlt sich ein Allradfahrzeug mit Spikereifen. Diese sind in Island in der Wintersaison üblich und bei Mietwagen meist inklusive.
  • Wetter und Straßen prüfen: Die offiziellen isländischen Dienste für Straßenzustand und Wetterwarnungen sind Pflichtlektüre vor jeder Etappe. Bei Sturmwarnung gilt: nicht fahren.
  • Langsam und mit Puffer: Rechne mit deutlich längeren Fahrzeiten als im Sommer. Fahre nachts vorsichtig, Wildwechsel und vereiste Abschnitte sind schwer zu erkennen.
  • Zum Beobachten sicher parken: Halte niemals einfach am Straßenrand. Nutze ausgewiesene Parkplätze und stelle den Wagen vollständig von der Fahrbahn.

Wer sich das Fahren im isländischen Winter nicht zutraut, ist mit einer geführten Tour besser beraten. Die Varianten von der Bustour bis zum Superjeep vergleichen wir im Ratgeber zu den Nordlicht-Touren ab Reykjavík.

Unterkünfte entlang der Route

Auf einer Aurora-Rundreise ist die Lage der Unterkunft doppelt wichtig. Ideal sind Gästehäuser und kleine Hotels abseits der Ortskerne, an denen es nachts wirklich dunkel wird, sodass du die Nordlichter im besten Fall direkt vom Grundstück aus sehen kannst. Viele ländliche Unterkünfte im Süden Islands bieten genau das und wecken ihre Gäste auf Wunsch, wenn die Aurora erscheint.

Buche flexibel stornierbare Zimmer, damit du deinen Standort kurzfristig an die Wolkenlage anpassen kannst. Die folgende Karte hilft dir, Unterkünfte entlang der Ringstraße und rund um Reykjavík als Ausgangspunkt zu finden.

Unterkünfte

Unterkünfte entlang der Route

Von Reykjavík als Ausgangspunkt bis zu Gästehäusern entlang der Südküste: Vergleiche Lage, Verfügbarkeit und Preise für deine Aurora-Rundreise. Achte auf Unterkünfte fernab der Ortsbeleuchtung.

* Buchst du über die Karte/den Link, erhalten wir eine Provision — du zahlst keinen Cent mehr.

Eine mögliche Route für den Süden

Für eine erste Aurora-Rundreise eignet sich die Südküste besonders gut, weil sich hier auf kurzer Distanz starke Vordergründe und dunkle Beobachtungsplätze aneinanderreihen. Eine bewährte Grundstruktur könnte so aussehen:

  • Reykjavík: Ankunft und erste Nacht als Basis, von hier startet die Fahrt entlang der Küste nach Osten.
  • Region Vík: Zwischenstopp mit den Wasserfällen Seljalandsfoss und Skógafoss sowie dem schwarzen Strand von Reynisfjara als Aurora-Vordergrund.
  • Jökulsárlón: Die Gletscherlagune und der benachbarte Diamond Beach zählen zu den eindrucksvollsten Kulissen für Nordlichter überhaupt.

Ergänzende dunkle Spots und weniger überlaufene Standorte sammeln wir auf unserer Seite mit Geheimtipps abseits der Stadt. Wer flexibel bleibt, dem Wetter folgt und im Winter umsichtig fährt, erlebt mit dem Mietwagen die freieste und oft lohnendste Form der Aurora-Jagd in Island.